Kurzmitteilung

In Matapalo angekommen

Nach einer sehr lagen 6 stündigen Fahrt von San José aus sind wir also auch endlich in Matapalo angekommen… Miky, ein alter Mann hat uns mit einem Truck abgeholt, unser Gepäck hinten drauf geladen und wir mussten natürlich auch mit hinten drauf🙂. Nach einer kurzen und holperigen Fahrt auf dem Truck sind wir dann im Apartment von den anderen Volontären des Schildkrötenprojekts angekommen und wurden total nett empfangen. Dort sprechen alle fast nur Englisch und haben scheinbar auch nicht unbedingt vor, Spanisch zu lernen🙂. Zwei Amerikaner, die mit uns angekommen sind haben dann erst einmal eine Führung durchs Haus bekommen, aber das war ja für uns eher uninteressant, weil wir eigentlich noch weiter in unsere Familie wollten. Uns wurde nur gesagt, dass wir heute oder morgen dann von unserer Familie abgeholt werden, sie haben hier ja genug Betten frei. Also war wieder tranquillo angesagt😉 … Sabi und ich haben uns also erst mal in die Hängematten geschmissen und uns entspannt🙂 Das Haus dort ist eigentlich total niedlich eingerichtet. Abgespült wird im Freien, genau so wie Wäsche gewaschen und das meine ich wörtlich😀 Die Waschmaschine hatte nämlich einfach keinen „Deckel“ es war so eine Art Freiluftwaschen😀 … Außerdem gab es noch ein kleines Bad, was aber für 20 oder auch schon für 10 Leute viel zu klein war, vor allem wenn alle nach der nächtlichen Patrouille gleichzeitig duschen wollten🙂

Also alles sehr praktisch und niedlich. Wir sind dann auch ein erstes mal kurz zum Strand gelaufen. Der war unbeschreiblich toll. Dabei haben wir uns erstmal kräftig die Füße verbrannt! Der Sand hier ist nämlich dunkelgrau und unglaublich fein. Aber eben heiß🙂 Nach 4 hat uns unsere Familie dann doch noch abgeholt🙂 Ab jetzt hatten wir also eine neue Schwester und zwei Brüder. Nachdem wir wieder unser Sack und Pack auf einen anderen Truck aufgeladen hatten, ging es endlich „nach Hause“.

Wir sind dann irgendwo am Straßenrand stehen geblieben und ich habe erst mal gedacht oh Gott, bitte nicht dieses Haus😀 neben mir war eine totale Bruchbude nur aus Brettern zusammengenagelt und ohne Fenster. Unsers war es aber dann doch zum Glück nicht, sondern das Haus gegenüber🙂 … Glück gehabt. Unser neues Haus bestand immer hin nicht nur aus Brettern sonder hatte „sogar“ ein Wellblechdach😉 … also zum Glück haben Sabi und ich uns schon auf so einen kleinen großen Kulturschock eingestellt, sonst wäre des echt extrem gewesen für uns. Aber es war in Ordnung. Unser Zimmer wurde vor Ewigkeiten irgendwann mal rosa gestrichen aber unten entlang ist eigentlich überall nur so ein dicker abgenutzter grünlicher Streifen. Alle Wände sind auch total dünn und bestehen teilweise nur aus so zusammengenagelten Platten. So haben wir uns einfaches Leben vorgestellt. Nach langem herumrätseln wie wir jetzt 10 Wochen lang aus unseren Koffern hier leben wollen haben wir uns dazu entschieden, das Wichtigste in ein Bettlaken gewickelt auf den Boden zu legen, da wir nichts außer ein Bett und einer Wäscheleine im Zimmer haben. Und es ist auch nicht genug Platz um die Koffer aufzumachen.

Ich war zwar irgendwie anfangs total dagegen weil ich in der Dusche schon eine Kakerlake umbringen musste um entspannt zu duschen, aber es war wirklich die einzige Möglichkeit😀

Am Abend gab es dann noch eine Portion Spagetti (wahrscheinlich zur Feier des Tages – also mal kein Reis) und dann sind wir auch schon in unser „Zimmerchen“ gegangen🙂 Aber wir mussten unbedingt noch irgendwie versuchen unsere Klospülung in Gang zu bringen. Wie wir hier angekommen waren, ging da nämlich gar nix😀 Ich hab da schon echt nen Schock bekommen, wie soll man denn ohne Klospühlung leben? Wir haben also unsere Gastmutter gefragt ob die funktioniert und als sie total selbstverständlich gemeint hatte sí sí, claro, musste es ja irgendwie einen Weg geben und wir haben es tatsächlich geschafft😀 Die erste gute Tat am ersten Tag war also vollbracht.

Am nächsten Morgen, dem ersten „Arbeitstag“ sind wir viel zu früh aufgestanden. Zum Duschen haben wir hier nur halb so lange gebraucht wie bei Georgina. So kalt wie das Wasser zum Duschen war, versucht man da so schnell wie möglich wieder raus zu kommen🙂. In der Schule angekommen mussten wir erst einmal ins Sekretariat. Der Mann dort war erst mal etwas überrascht und wir kamen uns so vor, als hätte irgendwie keiner so genau gewusst, dass wir heute kommen. Er ist dann erstmal unseren Stundenplan ausdrucken gegangen🙂. Die Schule an sich ist eigentlich echt groß. Sie hat einen riesigen überdachten Basketball/Fußball Platz und mehrere kleine Gebäude. Gleich daneben ist auch der Kindergarten, also so eine Art Vorschule. Ignacio (unser Betreuer) hat uns dann die einzelnen Lehrerinnen vorgestellt und dabei haben wir festgestellt, dass der Stundenplan den wir bekommen hatten eigentlich total umsonst ist, weil da garnix drauf stimmt😀

Nachdem wir dann alle Lehrerinnen, haben wir uns in den Englischunterricht von Wendy gesetzt, nachdem wir 20 Minuten auf sie gewartet hatten. Tranquillo😉 aber hey man rechnet ja nicht das die Lehrer sogar in der Schule so unpünktlich sind. Wir wurden kurz vorgestellt und dann gings auch schon los. Los mit dem Unterricht und los mit dem Chaos. Alle sind immer wieder einfach aufgestanden, haben Telefoniert oder SMS geschrieben, sind einfach raus gelaufen oder haben sich einfach mit irgendjemanden unterhalten. Aber das war der Lehrerin absolut egal😀 ich glaube ich wäre ausgerastet. Aber ein oder 2 Leute haben ja mit ihr mitgemacht, und das langt ja wohl von geschätzten 25 Schülern😉

Wendy hat dann irgendwann die 2 Oberschnaller zu uns gesetzt und wir sollten ihnen helfen. Aber das die absolut kein einziges Wort Englisch gesprochen haben war uns irgendwie nicht klar, da eigentlich der Großteil des Unterrichts auf Englisch gehalten wurde. Also Sabis Schülerin hatte keine Lust ihr zu Antworten oder überhaupt was zu ihr zu sagen und mein Schüler war einfach total überfordert. Also bei diesem Schulsystem, falls man es so nennen darf, steigen wir bis jetzt noch nicht so ganz durch😀 … es war auf jeden Fall eine Katastrophe und ein riesiger Schock so einen unkoordinierten „Unterricht“ zu sehen. Um 11 Uhr war dann Schluss mit dem Unterricht und wir hatten schon aus.

Sabi und ich sind also nach Hause gelaufen und waren irgendwie sprachlos von diesem Schultag😀. Zu Hause gab es dann eine „Kleinigkeit“ (die ein vollwertiges Mittagessen war) zu essen bevor wir zum Strand aufgebrochen sind. Irgendwie hat es sich aber dooferweise immer mehr zugezogen und natürlich auch angefangen zu Regnen. Wir haben uns dann zum Apartment von den anderen Voluntären gerettet anstatt zum Strand zu gehen. Wie wir dort ankamen sind alle gerade zum Strand für die Endstandhaltung und Erweiterung der Auffangstation aufgebrochen und wir haben uns einfach etwas in die Hängematten gechillt, gelesen und geschrieben. Später ist unsere Gastmutter dann zusammen mit einem frischgebackenem Orangenkuchen auch noch da zugestoßen, die jeden Nachmittag ihren Kuchen für 1000 Colon an die Volontäre verkauft.

Irgendwann hat es dann doch kurz des regnen aufgehört und wir sind zum Strand gelaufen um dort wenigstens noch etwas rumzuschlendern und den anderen bei der Arbeit zuzusehen😀 … Die Wellen waren unglaublich hoch und der Strand viel schmäler als am Tag davor. Aber wirklich total schön.

Die Auffangstation musste nämlich scheinbar erweitert werden und alle haben gebuddelt und den übrigen Sand in Sandsäcke gefüllt, um die Hatchery vor der Flut zu schützen. Aber so schnell es aufgehört hatte zu regnen, hat es dann auch wieder angefangen und wir sind wieder zurückgelaufen, haben unsere Sachen geholt und wollten uns auf den Heimweg machen.

Da war es dann blöderweise sogar schon dunkel, aber wir haben dank der Dunkelheit ein komplettes Feld voller Glühwürmchen gesehen, überall waren kleine Lichterchen, total süüß!! Zu Hause angekommen gab es das Mittagessen nochmal als Abendessen und wir gingen ins Bett. Nachtrag: Ich wurde beim fürs Bett fertigmachen noch von 3 Kakerlaken und einer riesigen Spinne angefallen. Zu Sabis Leid, die musste dann immer mitkommen ins Bad😀 die waren aber echt ekelig. Habe mich ja echt auf Kakerlaken eingestellt, aber 3 auf einmal waren irgendwie zu viel😀

Hier in Matapalo🙂 am Ende der Welt…

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