Woche 2/10 in Matapalo

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Halli hallo ihr lieben,

tut uns sehr Leid, dass wir euch zur Zeit gar nicht so auf dem Laufenden gehalten haben, aber das werden wir jetzt wieder gaaaanz schnell nachholen🙂 Hier geht es also weiter mit unseren Abenteuern aus Matapalo, viel Spaß beim lesen!! Hier kommt unser Wochenbericht der 2. Woche aus Matapalo von Sabi:

Sonntag 09.10.2011
Nach unserer Patrouille mitten in der Nacht wurde ich um 7 Uhr sehr unsanft von dem Geräusch eines „Handrasenmähers“ geweckt. Der Typ hatte den Nerv an einem Sonntag direkt vor unserem Fenster das keine Scheibe hat Rasen zu mähen!! Es war als stünde er genau neben meinem Bett! Aber bis um zehn nach 8 hab ich mich geweigert aufzustehen dann hat mich allerdings die Vorstellung aus dem Bett gelockt mal kein vollwertiges Abendessen zu frühstücken und tatsächlich gab es Cornflakes. Und für die anderen gab es gratis zum Frühstück einen Rüffel von der Köchin/Putzfrau weil das Haus zu unordentlich ist. Deswegen mussten alle putzen und aufräumen und weil wir nette Mädchen sind haben wir natürlich geholfen. Für zehn Uhr war Gartenarbeit angesetzt (und sie sollten die Hauswand bleachen, wie bescheuert is das denn?! Wer putzt schon sein Haus von außen?) Aber da es schon den ganzen Morgen aussah wie wenn es mal für längere Zeit besser werden würde wurde die Gartenarbeit verschoben. Wir haben gechillt, gelesen und geschrieben bis zum Mittagessen (es gab Nudelsalat: Lecker!!^^) Ich bin schon mal ohne die Vera ins Hotel gegenüber um den Internetzugang zu nutzen und als ich einen Mangosmoothie bestellt hab hat mich ein Mann an der Bar entsetzt angeschaut und gefragt, ob ich mir an so einem kalten Tag wirklich was mit Eis kaufen will?! Ich soll doch zum aufwärmen lieber einen heißen Kaffee trinken! Es hatte 25 °C!! Verrückt! Nachdem mein PC sich nicht ins Internet eigewählt hat ist dem Barmann anscheinend nach kurzem überlegen eingefallen, woran das liegen könnte. Er ist losgedüst und mal kurzer Hand mit dem Router zurückgekommen den er für mich angesteckt hat um dann geduldig mit mir an meinem PC zu warten ob es funktioniert!🙂
Als wir nach Hause gekommen sind hat Xiomara uns eröffnet, dass sie nichts gekocht hat. Wir haben ihr zwar gesagt, dass wir zum Essen wieder da sind, macht aber nix. Sie hat uns noch angeboten was zu machen aber man hat ihr deutlich angesehen, dass sie darauf keinen Bock hat und dann hatte ich die Idee des Abends: wir gehen Pizza essen!! Und des haben wir dann auch gemacht. Die Wahl fiel auf eine vegetarische Pizza und, weil es nix anderes zu trinken gab, eine Cola. Wir haben jeder eine kleine Pizza bestellt die ungefähr die Größe einer Familienpizza hatte! Wir haben gegessen, bis nix mehr rein ging und den Rest von Veras Pizza haben wir unserer Familie gegeben und meine haben wir behalten. Dann haben wir uns dem üblichen Abendritual hingegeben.

Montag 10.10.2011
Erst mal haben wir wieder bis halb 10 gepennt und obwohl wir noch länger hätten schlafen können sind wir aufgestanden, weil wir ja nach Quepos (also die nächste größere Stadt hier) wollten. Nach dem Frühstück sind wir dann auch relativ zügig zur Bushaltestelle, (bzw. dem Ort wo der Bus fährt weil ne offizielle Bushaltestelle gibt es nicht) weil die Abfahrtszeiten hier nur ungefähre Werte und keine Zeitangaben sind. Dank dieser Tatsache saßen wir also fast eine Stunde an der „Bushaltestelle“ rum bis der Bus endlich kam. Weil ich auf der Herfahrt ausnahmsweise mal geschlafen habe, hatte ich keine Ahnung wo wir raus müssen und Vera hat die Sache mal in die Hand genommen. Als wir angekommen sind hat es immer noch geregnet und auch für den Rest des Tages nicht mehr aufgehört. Als erstes haben wir uns mal wegen einem Mietauto schlau gemacht uns sind deswegen durch den ganzen Ort gelatscht und haben bei vier verschiedenen Autovermietungen gefragt. Natürlich war die erste die Billigste, was sonst?!  Dann sind wir den Rest vom Tag noch in Quepos rumgelaufen und haben für die Vera einen Bikini gesucht, der surftauglich ist, und haben Sachen für unsere „Wohnung“ gekauft z.B. so was Nützliches wie eine Waschschüssel und Tupperdosen. Als letzte Station waren wir im Palí und als wir an der Kasse standen hat eine Frau hinter uns mir einen Zettel mit der Handynummer von jemandem gegeben der sich nicht getraut hat selbst zu kommen um sie mir zu geben. Irgendwie putzig. Am Busbahnhof haben wir noch frisches Obst gekauft und dann sind wir auch schon wieder zurück gefahren. Als wir nach dem Abendessen unsere Wohnungstür abschließen wollten haben wir den Schlüssel nicht mehr aus dem Schloss bekommen. Wir haben unseren Nachbarn, der uns auch schon mal von außen aufgesperrt hat, als wir nicht aus dem verschlossenem Haus raus gekommen sind, gefragt ob er uns helfen kann. Aber auch er und sein Bruder (ich glaub zumindest, dass es sein Bruder is) haben es nicht geschafft. Sie haben kurzerhand beschlossen, dass das Schloss kaputt ist und es abgeschraubt um es zu reparieren. Und tatsächlich: 20 Minuten später war es wie neu! Also eins muss man den Leuten hier lassen, handwerklich begabt sind sie wirklich.

Dienstag 11.20.2011
Da wir frei hatten haben wir diesmal wirklich ohne Wecker so lange geschlafen bis es nicht mehr ging und uns, weil Xiomara mit David beim Patronat in Quepos war, erst mal ein richtig gutes Früchtefrühstück gemacht.

Bis wir endlich mit schnippeln, abspülen und toasten in der Pfanne fertig waren war Marlene schon von der Schule zurück und wir haben sie eingeladen mit uns zu essen. Da haben wir sie mal gefragt, warum Rudolfo eigentlich allein in dem Haus wohnt und die anderen in dem provisorischen Kabuff hausen (so haben wir es natürlich nicht formuliert!). Sie hat uns erzählt, dass er eigentlich heiraten und mit seiner Frau zusammen hier wohnen wollte aber irgendwas ist schief gelaufen, wir haben aber beide nicht richtig verstanden, was es war. Wohl irgendwas mit ihren Eltern. Am Nachmittag haben wir eine kleine Regenwanderung zum nächsten „Supermarkt“ gemacht. Eigentlich funktioniert das nach dem Kinderkaufladenprinzip. Der Typ steht vorne du sagst was du willst und er düst los und holt es. Wir mussten für unsere Spätzle einkaufen die wir am nächsten Tag machen wollten und, was viel wichtiger war, für Xiomara Waschpulver und eine Art Weichspüler kaufen, damit sie endlich mal unsere Wäsche wachen kann. Wir haben fast alles bekommen nur leider keinen Tee den wir eigentlich für David kaufen wollten weil der arme kleine Knirps krank war. Während Xiomara dann unsere Wäsche sortiert hat (und zwar nach weiß und alles andere) und es in das kalte Wasser geschmissen hat mit dem hier ausschließlich gewaschen wird, hat sie uns erzählt, dass David wahrscheinlich nur noch diese Woche hier ist, weil sein Papa ihn zu sich holen will. Er war jetzt also nur übergangsweise von unserer Familie adoptiert, da ihn seine Mutter immer so geschlagen hat. Unglaublich unvorstellbar wie man so einen Sonnenschein schlagen kann!!! Als nächstes haben wir zwei Stunden investiert um unsere Wohnung ein bisschen wohnlicher zu machen. Ich hab das Bad geputzt, Vera die Küche und in Zusammenarbeit haben wir uns dem Kühlschrank gewidmet. In unserem Bad wohnt nämlich eine Art Minikakerlakensorte unter unserem Wasserhahn. Trotz meiner Bemühungen  sie auszuräuchern haben sie leider überlebt. Und im Kühlschrank mussten wir dringend den vielen Schimmel beseitigen bevor wir unsere guten Früchte da rein legen. Als wir Rudolfo gefragt haben, ob es ihm was ausmacht, dass wir hier putzten hat er genauso reagiert wie wir dachten. Er hat gesagt, wir sollen uns bloß keinen Zwang antun, sein Haus ist unser Haus und wir sind genau die Frau die in seinem Haushalt fehlt. Und das des ja eigentlich auch Frauensache is, weil wir einen besseren Blick fürs Detail haben. In diesem Haus braucht man allerdings keinen Blick fürs Detail sondern nur ein gesundes Hygieneempfinden. Und ein gutes hatte es ja, dass es so dreckig war: man hat nach dem Putzten wenigstens einen riesen Unterschied gesehen!! Dann haben wir noch eine zweite Wäscheleine in unserem Zimmer gespannt, etz sieht es hier ein bisschen so aus, wie wenn Spiderman hier leben würde!🙂

Mittwoch 12.10.2011
Eigentlich wollten wir surfen gehen aber schon als wir losgelaufen sind hat es das Nieseln angefangen und bis wir am Strand waren hat es schon wieder geschüttet. Also haben wir uns zu den Tortugaleuten ins Haus gesetzt. Irgendwann kam dann Rudolfo mit einem anderen Surfbrett, dass er extra für uns von einem Freund geholt hat, damit wir beide üben können. Aber weil es schon gegossen hat, es für die Verhältnisse hier relativ kalt war und die Wellen furchteinflößend hoch waren wollten wir lieber nicht surfen gehen. Ich hatte ein mega schlechtes Gewissen, weil er seinen einzigen freien Tag in der Woche damit zugebracht hat für uns beide durch die Gegend zu laufen, zu fahren und auf uns zu warten. Als er noch bei uns saß weil er sicher war, dass das Wetter wieder besser werden würde hat er uns erzählt, dass David wahrscheinlich ins Heim muss, weil sie ihn sonst offiziell adoptieren müssten und ihnen das zu viel Papierkram ist. Dass Davids Papa ihn haben will, davon wusste Rudolfo nichts. Wir wissen auch nicht so richtig wem wir glauben sollen. Abends haben wir uns noch alles Mögliche überlegt wie wir verhindern könnten, dass David wirklich ins Heim muss. Am besten hat mir die Idee gefallen ihn zu adoptieren!!🙂
Kurz bevor wir unseren Heimweg angetreten haben hat die Frau von ASVO bei uns angerufen um uns zu sagen, dass wir unsere Wäsche in Zukunft entweder selbst waschen müssen oder Geld dafür bezahlen, dass Xiomara das weiterhin für uns macht. Wir haben noch den ganzen Abend geschäumt vor Wut! Vor allem wollten wir wissen, woher sie des wusste. Wir dachten entweder hätte Xiomara bei ASVO angerufen und sich über uns beschwert (was wir uns eigentlich nicht vorstellen konnten, immerhin hat sie es uns ja angeboten) oder die ASVO-Frau hat angerufen, nachgefragt und Xiomara hat es ihr erzählt. Da wir aber ja net die ersten sind, die sie aufgenommen hat hielten wir des auch ehr für unwahrscheinlich. Wir haben uns fest vorgenommen des noch zu klären. Wir waren noch schnell einkaufen und nachdem wir uns auf YouTube angeschaut haben, wie man Spätzle ohne Reibe macht, gings los.

Angesichts der Mittel, die wir zum Kochen zur Verfügung hatten ging es wirklich „schnell“ und gut. Bis es angefangen hat zu brennen. Wir haben auf ein paar „Gasplatten“ gekocht und als es angefangen hat zu rauchen hab ich unten drunter geschaut und gesehen, dass da mehr Flammen sind als eigentlich sein sollten. In heller Aufregung haben wir Rudolfo gerufen und seine einzige Reaktion war abwarten und zu David sagen, er soll einen Schritt zurück gehen. Ich konnts net glauben! Aber des Feuer is doch tatsächlich von allein wieder ausgegangen und wir haben auf der anderen „Platte“ weitergekocht. Noch einer Stunde glibberigen Spätzlesteig mit einem Schlachtermesser von einem Stück Baumstumpf, der als Brettchen verwendet wird, schaben war unser Essen dann endlich fertig.

Nicht nur wir haben richtig reingehauen. Weil wir auf dem Tisch von den Nachbarn gegessen haben, haben die natürlich auch alle was gekriegt und am Ende war doch tatsächlich alles ratzeputz aufgegessen. Wir haben noch ein paar Fotos gemacht und als David sich selbst auf dem Foto gesehen hat, hat er jedes Mal begeistert gequietscht. Er is so goldig, wie ein kleiner Alien der die Welt entdeckt.

Neulich hat er total fasziniert auf den Fön gestarrt als Vera sich die Haare geföhnt hat. Wir sind uns relativ sicher, dass er so was noch nie gesehen hat.

Donnerstag 13.10.2011
Wir haben mal wieder ausgeschlafen und weils unserer Gastmama gar net gut ging, sie sogar schon im Krankenhaus war um sich eine Infusion geben zu lassen, haben wir uns selbstverständlich selbst um unser Frühstück gekümmert. Das hieß also: Früchtefrühstück die Zweite!🙂 Als wir schon fast fertig waren ist Rudolfo gekommen, wir haben ihm angeboten mitzuessen und da hat er doch tatsächlich gewartet, bis wir ihm alles direkt vor die Nase gesetzt haben. Da er echt alles für uns macht is des net schlimm aber normalerweise würde mich diese Mann-Frau-Verhältnis hier schon ein bisschen stören. Nach dem Essen sind wir drei zum Strand gegangen um unser neues Surfbrett auszuprobieren. Davor mussten wir aber erst noch zu dem Schildkrötenleutehaus um dort den Kuchen von Xiomara für sie zu verkaufen weil sie dazu nicht in der Lage war. Und wir helfen ja wo wir können, is ja auch selbstverständlich. Als wir uns dann endlich in die Fluten gestürzt haben waren die Wellen echt heftig und wir sind nicht so gut mit dem Board zurecht gekommen. Veras war anscheinend noch um einiges leichter zu surfen als meins und des war dann schon eine ganz schöne Umstellung. Wir haben ca. eine Stunde unser Bestes gegeben aber dann sind wir wieder raus und haben vor den Wellen kapituliert. Da haben wir dann meinen Surflehrer getroffen der bei den Verhältnissen auch keine Lust mehr hatte. Da er einer der Besten hier ist, haben wir uns also nicht „schlecht“ fühlen müssen weil wir keinen Nerv mehr hatten es noch weiter zu probieren.

Wir haben eine ältere Frau getroffen die zur Zeit mit einer Reisegruppe auf einer Art Erlebnisurlaub hier ist und auch bei den Schildkrötenleuten mithilft. Ihren Worten zufolge „ist das hier kein Urlaub sondern schlimmer als im Knast!“🙂 Mit so harter Arbeit hatte sie anscheinend nicht gerechnet und war dankbar als unser großer Bruder auch für sie eine Kokosnuss aufgemacht hat. Dann hat er uns endlich gezeigt, wie man diese Grashüpfer aus Palmenblättern macht. Er sieht immer aus wie wenn grad Weihnachten vorverlegt wurde wenn er mit uns unterwegs is… des is wirklich goldig! Dann wollte die Vera noch was im Internet machen und ich hab mich derweilen mit den Leuten aus der Reisegruppe unterhalten. Und während wir so rumsaßen is uns doch tatsächlich des erste Mal kalt geworden seit wir hier sind! Eine echte Prämiere von der ich nicht dachte, dass sie noch kommen wird. Nach dem Abendessen hab ich dann noch mit Xiomara über den Wäschevorfall geredet. Aus ihrer Sicht hat es sich so angehört, wie wenn der Anruf der ASVO-Frau ehr ein Kontrollanruf für sie gewesen wäre und nicht dazu gedient hätte uns eins reinzuwürgen. Sie war auch ganz schön entsetzt als ich ihr erzählt hab, dass wir was dafür zahlen sollen, dass sie das für uns macht. Wir haben uns schlussendlich darauf geeinigt denen zu erzählen, dass wir unsere Wäsche selbst waschen und alles so lassen, wie es war.

Freitag 14.10.2011
Natürlich sind wir, da wir so früh aufstehen mussten um den Bus nach Manuel Antonio um sechs Uhr zu erwischen, mal wieder zu knapp aufgestanden und hatten keine Zeit zu frühstücken. Heute machten wir endlich mal wieder einen kleine Wochenendtrip und Jule, eine andere Voluntärin aus aus Deutschland, kam auch mit🙂. Ich dachte ich spinn als die Vera ernsthaft ihr Müsli, Becher, Löffel und ne Milch im Bus auspackt und erst Mal futtert! In Quepos mussten wir auf den nächsten Bus warten, habe beschlossen uns in der Zwischenzeit schnell was zu essen zu kaufen, was natürlich wieder länger gedauert hat, und haben dann gleich mal den Bus verpasst. Glücklicherweise kam kurz darauf der nächste. Da es hier keine Bushaltestellen gibt und wir nicht wussten, wie genau das Hostel heißt in dem wir schlafen wollten, mussten wir mal wieder gespannt in die Landschaft schauen und hoffen, dass wir finden, wonach wir suchen. Tatsächlich hats nur 15 Min. gedauert, bis wir es entdeckt haben und die „Bushaltestelle“ war auch noch genau davor. Für 12$ die Nacht haben wir also ein Bett in einem gemischten zehn-Bett-Zimmer, Bettwäsche und ein Touriarmband gekriegt, an dem man erkennen konnte, wo wir wohnen.

In unserem Zimmer waren noch zwei Jungs (oder sagt man in dem Alter schon Männer?) gelegen. Der eine kam mir total bekannt vor, aber nachdem ich nur ein klitzekleines Stück von seinem Gesicht gesehen hab, hätte des wahrscheinlich jeder sein können. Wars aber nicht. Als wir unsere Sachen ausgepackt haben hat er uns auf mehr oder weniger gutem Englisch dafür mit einem französischen Akzent mit den Worten: „Euch kenn ich doch“(von mir frei übersetzt) angesprochen. Es war Pierre der Kanadier aus Quebec, der mit dem Fahrrad eigentlich bis nach Hause fahren wollte, und den wir aus der Sprachschule in Santo Domingo kannten. Das Hostel war auch echt super! Es hatte eine offene Küche mit einer Sofaecke und zwei Esstischen von denen man, da das Hostel auf an einem Berg lag, einen super tollen Panoramablick auf den Regenwald hatte und vom Pool aus konnte man sogar das Meer sehen.

Wir sind zurück zur Bushaltestelle und da wir schon wieder nicht wussten wo die richtige „Bushaltestelle“ ist, und wir dem Typ der von außen „National Park Manuel Antonio“ in den Bus gerufen hat natürlich nicht geglaubt haben, einfach bis zum Ende gefahren, wo uns der Busfahrer dann gebeten hat auszusteigen. Wir sind ein bisschen rumgeirrt und dann hat sich auch schon ein netter Einheimischer gefunden, der uns den Weg zum Eingang des Parks erklärt hat. Dort angekommen wurden wir gleich von jemandem begrüßt, der die Touren koordiniert. Er hat mich sehr stark an eine gebräunte Version an den Asiaten aus „Hangover“ erinnert. Wir haben brav den extranjero Preis gezahlt und dann gings auch schon los. Unser Guide hat mehr oder weniger perfektes Englisch gesprochen. Er war total wuselig und hatte schon sein Teleskop aufgebaut um uns das erste Tier zu zeigen, bevor er uns überhaupt richtig begrüßt hat. Und uns den Eindruck zu vermitteln, dass es heute für ihn nichts schöneres und aufregenderes gibt als drei deutsche Mädchen durch den Park zu führen und ihnen so viele Tiere wie möglich zu zeigen hat er auch tatsächlich bis zum Schluss durchgehalten. Die Tiere die er uns gezeigt hat hab ich mit bloßem Auge nicht mal gesehen als ich wusste wo ich nach welchem Tier suchen muss. Ich konnte es nicht glauben, dass er das alles einfach so sieht!! Er hat uns so viel über die Tiere, die Pflanzen und den Park an sich erzählt, dass wenn ich des etz alles aufschreib ihr heute nicht mehr mit lesen fertig werdet und deswegen die Kurzfassung von dem was wir gesehen haben: Weiskopfaffen (keine Ahnung ob die so auf deutsch heißen ich hab des mal frei aus dem spanischen übersetzt), Brüllaffen, zwei verschiedene Arten von Faultieren, Ameisen und Termiten (ganz wichtig!), einen sehr bunten Krebs, Fledermäuse und noch einiges mehr.

Als die Tour vorbei war haben wir beschlossen ein bisschen was zu essen. Vera hatte alles separat in eine Tüte gepackt und auch wenn Hot Dog Brötchen und Schokokekse keine richtige Mahlzeit sind hat man zumindest kurzfristig was im Magen. Wir haben uns an den Strand gesetzt und auf einmal kamen zwei Waschbären von hinten angerannt und haben sich auf unsere Tüte mit dem Essen gestürzt.

Sie haben so lange gezogen, gefaucht und geknurrt bis die Vera losgelassen hat. Zum einen weil die echt furchteinflößend waren und zum anderen weil die nicht sehr stabile H&M Tüte eh bald durchgerissen wäre. Nicht mal ne Minute später saßen sie schon laut schmatzend rum. Unglaublich!! Leider hatte es während unserer Tour schon das Regnen angefangen und aus unserem Plan uns für den Rest des Tages an den Strand zu legen wurde leider nix. Wir sind trotzdem kurz hingegangen, haben ein paar Fotos gemacht und sind dann wieter. Weil wir noch genug Zeit hatten haben wir uns auf die Suche nach einem Weg gemacht an dessen Ende ein Aussichtspunkt sein soll, von dem aus man manchmal Wale sieht. Wir haben ihn nur durch Zufall gefunden aber natürlich haben wir keine Wale gesehen. Naja. Auf dem Heimweg gabs dann so eine Art kleiner Markt und nachdem wir alle drei ein Strandtuch gekauft haben, in der Hoffnung, dass das Wetter irgendwann wieder besser wird, sind wir zurück zum Hostel gefahren. Von dort sind wir zu einem großen Supermarkt gelaufen und weils da sooo viele leckere Sachen zu essen gab und wir so einen Bärenhunger hatten weil wir den ganzen Tag noch nichts richtiges gegessen haben, haben wir unsere Pläne essen zu gehen in Quepos kurzerhand übern Haufen geschmissen und beschlossen was zu kochen. Die Wahl is natürlich auf Nudeln gefallen. Dazu gabs Gemüse und eigentlich wärs auch ne Schande gewesen, wenn wir nicht mal in der coolsten Küche gekocht hätten, die wir je gesehen haben.

Nachdem wir so schnell gekocht und auch gegessen haben wie nur möglich waren wir papp satt und auch total müde. Wir haben beschlossen diesem Gefühl nachzugeben. Hauptsächlich deswegen, weil wir uns schon den ganzen Tag drauf gefreut haben uns in des supertolle Bett zu legen. Des war wirklich der totale Luxus weil es weder Bettfedern noch eine Pressspanplatte als Lattenrost hatte. Und dann sind wir tatsächlich um halb sieben ins Bett! Pierre war mit Freunden unterwegs und die anderen beiden Jungs haben sich in der Küche voll laufen lassen, was sie laut ihren eigenen Erzählungen anscheinend jeden Abend machen. Während ich noch gelesen habe waren die anderen beiden schon eingeschlafen und als einer von den Trinkerfreunden nochmal reingekommen ist konnte er es nicht glauben, dass wir tatsächlich schon im Bett sind. Ihm die Geschichte mit unseren unbequemen Betten daheim zu erklären wäre mir eindeutig zu kompliziert gewesen und deswegen hab ich nur mit den Schultern gezuckt. Die Vera is irgendwann nochmal aufgewacht und weil wir ausgemacht haben abends noch unsere Gemeinschafts-Pizza-Pringles zu essen und von uns keiner mehr wach war hat sie des einfach mal allein gemacht.

Samstag 15.10.2011
Nachdem wir so früh schon ins Bett gegangen sind, haben wir wirklich 14 Stunden geschlafen. Dann sind wir erst mal frühstücken gegangen. Die Pastasause war ja auch schon ewig her, zumindest lang genug, dass wir wieder Hunger hatten.🙂 Also gabs ein Panoramafrühstück ohne Reis und Bohnen dafür mit Toast, Marmelade, Avocado, Müsli und… KABA!!🙂

Bis wir fertig waren war uns mal wieder schlecht weil wir zu viel gegessen hatten. Wir müssen uns ganz dringend abgewöhnen voll reinzuhauen wenns mal keinen Reis mit Bohnen gibt. Es gab sogar eine warme (!!) dusche! Mal was ganz was neues für uns. Eigentlich hatten wir vor, nochmal nach Manuel Antonio „rein“ zu fahren aber nachdem uns unser Guide am Vortag erzählt hat, dass das Wetter heute total schlecht werden soll haben wir das wieder gestrichen. Zu unserem eigenen Pech, denn es ist richtig schön geworden und deswegen haben wir uns wenigstens an den Pool gelegt, um die paar regenfreien Minuten noch gar auszunutzen. Eins haben wir schon gelernt hier: auf den Wetterbericht kann man sich nur insofern verlassen, dass immer genau das Gegenteil von dem Vorhergesagtem passiert. Auch eine Art sich nach dem Wetterbericht zu richten. Dann sind wir nach Quepos weil des is ja gestern auch unserm chilligen Abend zum Opfer gefallen. Dort haben wir beschlossen, dass einer sich irgendwo hinsetzt und was trinkt, damit wir alle Sachen da abladen können weil mit einem großen Rucksack und beide Hände voll mit Tüten macht shoppen ja auch keinen Spaß. Ich war ganz froh, dass mir die Aufgabe zuteilwurde den besten Smoothie zu trinken den ich bisher gefunden habe und ein bisschen zu lesen. Alles was die andern beiden in der Zeit erbeutet haben war ein Messer. Das brauchen wir zwar unbedingt is etz aber auch nix spannendes.

Im Bus auf der Heimfahrt haben wir dann noch einen anderen Gastbruder von uns getroffen. Er heißt Oskar und verkauft während dem „Winter“ leckere aber pappsüße kleine Kuchen in den Bussen. Er hat sich mit uns unterhalten und uns in Matapalo Gentleman-like alle Tüten aus dem Bus gebracht. Dann hab ich noch schnell die Jule zurück zum Haus der Schildkrötenleute gebracht und weil wir beide keinen Regenschirm dabei hatten (keine Ahnung wie das passieren konnte, einen Regenschirm dabei zu haben ist hier wichtiger als Unterwäsche zu tragen) sind wir in dem Platzregenschauer auch gleich mal pitschnass geworden. Bis ich mich wieder auf den Heimweg gemacht hab hat es nur noch genieselt also hab ich im warmen Sommerregen meine Schuhe ausgezogen und bin barfuß, klitschnass und mit Jack Johnson im Ohr nach Hause geschlendert.

Jetzt gehts weiter mit einem Bericht von mir🙂 :

Kaum ist man mal zwei Tage nicht da, besorgen sich unsere Nachbarn, die hier ja Tür an Tür mit uns wohnen, ein Haskibabyhund!! Ja weil in Costa Rica ist ja wohl das perfekte Klima für so einen Haski, findet ihr nicht auch😀 ? Wir hatten gedacht uns trifft echt der Schlag wie wir also von unserem Kurztrip in Manuel Antonio zurückkamen. Und ihr anderer Hund war einfach weg. Ich hab dann auch nachgefragt was denn mit ihrem anderen Hund passiert ist, da hieß es ganz selbstverständlich, dass der irgendwo in den Bergen ist – ich habe den Hund aber komischerweise im Laufe der nächsten Zeit nochmal kurz angeleint bei uns gesehn und seither nie wieder, sehr seltsam🙂. Und da es nicht schon verrückt genug ist, einen kleinen Haski in Costa Rica zu halten und es so extrem an diesem Abend regnete, haben sie dem kleinen „Askar“ einfach noch ein Jäckchen übergezogen, weil jetzt hier im „Winter“ könnte der kleine ja frieren😀 oh weh, echt schlimm. Die haben nicht mal einen Fernseher, aber immerhin einen Haski😉 … wir sind nur noch verdutzt ins Bett gefallen.

Am Sonntag ist dann auch nichts mehr Spannendes passiert. Unsere seltsamen Nachbarn waren weggefahren, also war es richtig schön entspannend ruhig. Kein Lärm von irgendwelchen Quards, die ständig bei ihnen auf der Terasse stehen und angelassen werden, weil man ja immer mal wieder den Motor testen muss (der Mann ist den ganzen Tag damit beschäftigt, die kompletten LKWs und Autos und Quads von ganz Matapalo zu reparieren). Ich habe mich also an den einzigen normalen Esstisch, der den unseren Nachbaren eben gehört, gesetzt, die Ruhe genossen und ein paar Postkarten geschrieben und Sabi hat sich irgendwann auch zu mir gesellt. Bis die kompletten streunenden Hunde von ganz Matapalo auf einmal bei uns rumlungerten und nach was etwas Essbarem gebettelt haben. Und das ist zwar echt traurig und armselig wie die immer aussehen, total abgemagert und dreckig und krank eben, aber absolut nervig und ekelig wenn man die ganze Zeit belagert wird und Angst hat, alle Läuse von den sich krazenden Hunden sind schon auf dem Weg zu dir. Xiomara hat das irgendwann gesehen, kam mit dem Gürtel, es hat ein paar mal richtig gebatscht und weg waren sie. Ich war erstmal schockiert. Aber unsere wegschickversuche haben nichts gebracht, ich würde es aber echt niemals übers Herz bringen einen noch so ekeligen kranken Hund mit dem Gürtel zu peitschen😦 … aber für die Einheimischen sind sie einfach nur eine Plage die Krankheiten mit sich bringt.

Am Abend kam unser anderer Gastbruder Oskar (der im Bus ja immer den bappsüßen Kuchen verkauft) und hat mir eine halbe Stunde immer wieder erzählt, dass er eben wenn nicht gerade „Winter“ ist im Nationalpark Ballena in Uvita arbeitet und dort die Touristen mit den Whale watching Booten aufs Meer hinaus fährt und wie unglaublich toll das auch ist🙂 Echt süß, ich habe noch keinen Costaricaner getroffen, der nicht über sein Land schwärmen kann, des machen die hier echt gut! Auf jeden Fall kann er uns das eben total günstig besorgen wenn er mit seinem Chef spricht🙂 Naja eigentlich saß Sabi ja auch gleich daneben, aber da er sich diesen totaaal komplizierten Namen „Sabrina“ nicht merken konnte nannte er sie einfach immer „Sobrino“ (was im Spanischen sogar eine Bedeutung hat, nämlich „Neffe“) oder sprach eben nur mit mir, was scheinbar für ihn einfacher oder angenehmer war, ich weiß es nicht🙂 Sabi hat währenddessen mit David gespielt, der die Welt ja immer wieder neu entdeckt. Die Entdeckung des Abends war diesmal der Schatten von seinem Fuß und dann auch noch der Schatten von Sabis Fuß😀 Sensationell!! David ist einfach nur zum Knuddeln!!! Irgendwann konnten wir uns dann beide aus unseren Gesprächen und lustigen Beschäftigungen losreißen und es ging ab ins Bett.

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  1. Schöne Grüße aus Nürnberg!
    Bei den Erzählungen wurde ich sehr sehr neidisch.
    In Costa Rica waren Karlheinz und ich zwei Wochen lang mit dem Rucksack unterwegs. Vor gefüllten 100 Jahren – tatsächlich war das 1999. Am schönsten Wasserfall auf der ganzen Welt… im Nationalpark Rincon da La Viecha ( wahrscheinlich falsch geschrieben) habe ich dann ja gesagt.
    Sehr schönes Land ….
    Noch viel Spaß dort und Danke für die liebe Karte
    Birgit Seidl

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