Ende der Woche 4/10 und Woche 5/10 in Matapalo

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Oh man „ganz schön hinterher“ triffts ja mal wirklich nicht, was unsere Reiseberichte angeht!
Angesichts der Tatsache, dass wir fast 3 Monate nachholen müssen und wir wirklich ein bisschen ausgeschweift sind in unseren Berichten werden wir uns ab jetzt ein bisschen kürzer fassen, damit wir wenigstens noch ein bisschen was schreiben können, bevor wir wieder zu Hause sind!!😉

hier gehts los:

Freitag 28.10.2011:
Tja stehen geblieben sind wir wohl bei Halloween. Wir haben den Tag am Strand ausklingen lassen und nachdem quasi die komplette „Schildkrötentruppe“ eingetroffen ist haben wir versucht zusammen was essen zu gehen. Das das mit ca. 20 Leuten nicht hinhaut war abzusehen. Am Ende waren wir zu viert. Dann haben wir uns partybereit gemacht. Bis wir bei den andren in der Suite angekommen sind waren alle schon total betrunken. Wir hatten einiges nachzuholen. Gott sei Dank beherrschen wir die Kunst der Druckbetankung und ca. 1 Stunde später konnten wir auch schon mit den anderen über ihre Witze lachen.

Als wir losgezogen sind war es tatsächlich erst 8 Uhr!! Dementsprechend leer war es auch auf der Tanzfläche. Gut, dass wir als Gruppe genug Leute waren um uns nicht zu lächerlich vorzukommen, so ganz allein beim abdancen. Ein netter Herr den wir am Nachmittag bereits kennen gelernt haben hat dafür gesorgt, dass ich immer genug zu trinken hatte. Das alles zu vernichten war eine sehr anspruchsvolle Aufgabe aber Gott sei Dank kann ich mich in solchen Situation 100 % auf Veras Hilfe verlassen. Wozu ist man denn sonst zusammen unterwegs?😉
Und irgendwann ist passiert was immer passiert: ich war allein. Dann kommt die Vera auf mich zugestürzt mit dem Auftrag die verschwundene Jule zu suchen. Die hat schon den ganzen Abend mit ihrem ausgelassenen Tanzstil zu unserer Erheiterung beigetragen. Sie selbst hat das alle 3 Minuten mit den Worten: „ Oh mein Gott so würde ich in Deutschland nie tanzen!!“ kommentiert.

Wir haben uns also auf die Suche gemacht und sie auf dem Weg zurück ins Hotel getroffen. Nachdem wir Geleitschutz bis zu ihrem Zimmer gewährt haben sind wir nochmal auf die Party zurückgekehrt. Wir haben es noch ein bisschen krachen lassen und sind dann völlig erschöpft zurückgewankt. Als wir festgestellt haben, dass es erst halb 1 ist, haben wir ernsthaft an uns gezweifelt und den Abend bei 4 Runden Queso-Crema (Frischkäse)-Toast, McDonalds oder Burger King gibt’s hier ja nicht, Revue passieren lassen.

Samstag 29.10.2011:
Geweckt wurde ich von dem Klingel meines Handys. Jule war dran in heller Aufregung. Katie ist nicht zurück gekommen hat aber ihre teure Kamera vor die Tür gelegt. Ich bin los um sie zu suchen und sie hat nur bei jemand anderem übernachtet weil sie es nicht geschafft hat die Tür aufzubekommen. Wir haben dann im Hangover-Stil die Bilder vom letzten Abend angeschaut. Nach dem Frühstück das wir in dem besten Café zu uns genommen haben das es gibt in ganz Costa Rica sind wir zusammen mit dem Bus wieder zurück gefahren. Den Tag über haben wir gar nichts gemacht. In unserem Kabuff war es einfach zu heiß um zu schlafen also sind wir einfach nur rumgelegen. Abends haben wir schon eine Schildkrötenpatrouille ausgemacht. Glücklicherweise waren wir schon um 7 Uhr abends dran. Zu unserer Freude ist Jule auch mitgegangen. Ein „Strandspaziergang“ war ein wirklich schöner letzter Abend. Nicht so schön war, dass es so heftig das Gewittern angefangen hat, dass wir zurücklaufen mussten. Und weil es zu gefährlich ist am Strand zu gehen mussten wir Barfuß im Dunkeln über den Schotterweg rennen. Im Schildkrötenhaus haben wir noch mit den anderen gequatscht und Bilder, Filme und Musik ausgetauscht. So ausgerüstet haben wir uns von den Leuten verabschiedet die am nächsten Tag gefahren sind. Dann sind wir zurückgelaufen. Eigentlich ist es dank dem Mond hellgenug, dass man ohne Taschenlampe laufen kann. Nicht so diese Nacht. Irgendwann haben wir bemerkt, dass jemand hinter uns läuft. Vera hat ihren Laptop ein bisschen fester gehalten. Dann haben wir gesehen, dass es nur ein Junge war. Wir haben an einer Straßenlaterne gewartet, dass er vorbeiläuft. Das hat er allerdings nicht getan. Vera hat ihn angesprochen aber darauf hat er auch nicht reagiert. Wir sind weitergelaufen, was hätten wir auch auf halbem Weg machen sollen. Als es wieder dunkel war hat der Junge das Rennen angefangen und weil ich dachte, er wollte Vera den Laptop aus der Hand reißen bin ich ganz nah zu ihr gegangen aber stattdessen ist er ihr auf den Rücken gesprungen. Wir haben uns furchtbar erschrocken. Ich hab ihn gepackt und runter gerissen. Er hat uns verwundert angeschaut und ist weggerannt. Genau wie wir. In unserer kleinen Hütte saßen wir dann und hatten Angst. Da wir eh nicht schlafen konnten haben wir beschlossen einen von den Filmen anzuschaun, die wir uns glücklicherweise am Abend noch geholt hatten. Um halb 5 in der Früh bin ich endlich eingeschlafen. Echt eine seltsame Nacht, wir wissen bis heute nicht, warum dieser komische Junge mitten in der Nacht auf Veras Rücken gesprungen ist, auf jeden Fall haben wir in dieser Nacht bestimmt halb Matapalo zusammengeschrien, während wir zu unserer Hütte so schnell wie wir nur konnten gerannt sind.

5. Woche:
Montag 31.10.2011:
Als wir in der Schule angekommen sind haben wir nicht schlecht gestaunt. Die ganze Schule war im „Pausenhof“ bei einer Versammlung. Wir haben nicht mitgekriegt worum es ging. Danach ist unsere Lehrerin zu uns gekommen und hat gesagt, sie hätte eine Überraschung für uns. Wir dachten wunder was kommt aber: sie ist schwanger!!😀 Das war allen außer ihr schon seit Monaten klar. Sie dachte es wäre vielleicht ein Magengeschwür. Naja so kann man sich täuschen. Wir wurden mal wieder nach Hause geschickt um unsere Präsentation für den nächsten Tag an dem eine Art Infoveranstaltung für künftige Schüler war, vorzubereiten.

Nach einigen widersprüchlichen Informationen, haben wir uns darauf geeinigt die verschiedenen Schulsysteme vorzustellen. Also das von Deutschland, Australien und Costa Rica. Wir haben, mehr oder weniger konzentriert, den Vormittag dafür investiert. Den restlichen Tag haben wir gechillt und Abends gab es, dank Xiomaras neuem Diätplan für uns, mal wieder nur Gemüse.

Dienstag 01.11.2011:
Heute war der Infotag und wir haben mal wieder niemanden gefunden, der uns sagen konnte, in welches Zimmer wir sollen. Aber wir haben doch tatsächlich für unsere Powerpoint Präsentation einen Beamer gekriegt!! Aber schon nach der ersten Gruppe haben wir den Vortrag komplett geändert weil er zu lang war und die Kinder kein bisschen interessiert hat. Also haben wir  uns einfach was aus den Fingern gesaugt. Wir sind während die anderen beiden geredet haben rumgelaufen und haben uns alles angeschaut. Es war wirklich unglaublich mit welchen Eifer und Engagement sich jeder um seine Aufgabe gekümmert hat. Wenn sie nur einen Bruchteil davon auch mal auf die Schule verwendet hätten, wäre der „Unterricht“ vielleicht nicht ganz umsonst.

Dann mussten wir auch mal ein paar Runden lang den kleinen „Vortrag“ halten. In der Pause haben wir uns durch einige der traditionellen Speisen gegessen die die Kids in selbstgebauten Hütten verkauft haben.

Wie gewöhnlich ist die Lehrerin nach der Pause nicht zurück gekommen und wir haben uns aus dem Staub gemacht. 

Am Nachmittag hab ich es mal wieder geschafft joggen zu gehen. Da ich allerdings mit Katie gegangen bin und sie eher Powerwalking/Muschel-Sammel-Spaziergang gemacht hat war der Erfolg gering aber wenigstens haben wir uns gut unterhalten!🙂
Am Abend vorher hat Xiomara uns gefragt, ob wir eine Schmerztablette für sie haben weil ihr alles weh getan hat. Ich hab ihr 4 Ibu 400 gegeben und an diesem Abend hat sie mich schon gefragt, ob ich noch mehr davon hab, die hätten ihr wirklich gut geholfen!! Die Frau isst Schmerztabletten wie Gummibärchen!! Wir haben ihr noch 2 gegeben und dann behauptet wir hätten keine mehr. Wir wollten ja nicht, dass sie wegen uns Tablettenabhängig wird!

Mittwoch 02.11.2011:
Wir hatten mal wieder keine Schule weil heute natürlich aufgeräumt werden musste und die Infoveranstaltung nachbesprochen wurde. Also haben wir relaxed und sind am Nachmittag mit Katie und Eric nach Quepos gefahren um Abends mit ihnen Sushi zu essen. Es war ein echt schöner Tag mit den beiden und das Sushi war das beste, dass ich je gegessen habe. Der Besitzer war Japaner, wusste also, was er da tut. Die 20 $ für das All you can eat haben sich mehr als gelohnt. Bis wir fertig waren war uns allen schlecht und wir hatten das Gefühl keinen Meter mehr gehen zu können. Heimgefahren sind wir mit einem sogenannten Piratentaxi. Mit denen soll man ja eigentlich nicht fahren aber egal.

Donnerstag 03.11.2011:
Wir hatten immer noch frei, klar so eine Nachbesprechung kann dauern. Wir haben den Tag ausnahmsweise mal genutzt und sind mit Jasmine und Sinja nach San Isidro gefahren. Dort ist Donnerstags immer ein riesiger Markt, auf dem man alles kaufen kann, was es an Obst, Gemüse und anderen einheimischen Produkten gibt.

Erst mal sind wir aber in dem Lonly Planet Tipp frühstücken gegangen. Dann sind wir durch die Stadt gelaufen und 2 Stunden bevor der Bus wieder zurück ins schöne Matapalo gefahren ist, sind wir zu dem Markt. Der war echt cool. Wir haben alles Mögliche probieren dürfen und haben von allem, dass wir nicht kannten etwas gekauft. Die grüne Mango, die man mit Salz in einem Salat ist war richtig lecker.

Im Gegensatz zu der Glibberfrucht über die wir uns schon bei Georgina gewundert haben. Nicht zu vergessen natürlich die deutsche Auswanderin die richtig leckeres Brot verkauft hat!! Endlich richtiges Brot!! Auch probieren mussten wir natürlich das traditionelle Weihnachtsessen in Costa Rica das es aber das ganze Jahr über gibt: Reis mit Fleisch und Gemüse in einem Bananenblatt. Mal was anderes. Eins der Highlights des Tages war die Heimfahrt. Wir haben live mitbekommen wie das Postsystem in Costa Rica funktioniert: Pakete werden einfach an die Windschutzscheibe der öffentlichen Klapperbusse geworfen. Ob zerbrechlich draufsteht oder nicht ist völlig egal. Und die Tür schließen auf der ungesicherten Bergstraße wird eh überbewertet. Auf dem Weg fanden dann noch einige Päckchen-Tauschgeschäfte mit andren Bussen oder Privatpersonen statt. Wir waren echt froh, dass wir nicht versucht haben uns was schicken zu lassen.🙂

Daheim gab es dann mal wieder Drama pur. Als wir reingekommen sind saßen Xiomara, ein Mann den wir nicht kannten und Marlen im Wohnzimmer. Xiomara hat geweint und der Mann hat sich als der „Dorfpfarrer“ rausgestellt. Nach ein paar Mal fragen hat sich dann rausgestellt, dass es eine Krise gab weil Marlen heimlich einen Freund hat!! Wir dachten wunder was passiert ist wenn sogar der Pfarrer gekommen ist!! Aber da die Mädchen hier Reihenweise mit 13aufwärts schwanger werden ist die Sorge wohl berechtigt. Wir haben uns noch den ganzen Abend das geheule und geschrei anhören müssen.

Freitag 04.11.2011:
Die andren hatten immer noch frei aber uns wurde nicht bescheid gesagt also sind wir ganz brav in die Schule gegangen. Wir haben vor dem Klassenzimmer gewartet aber die Lehrerin ist nicht gekommen und als dann auch noch die Klasse abgehauen ist haben wir uns mal erkundigt, wo unsere Lehrerin steckt. Es wurde uns gesagt, dass sie wahrscheinlich beim Arzt ist aber weil uns niemand sagen konnte, ob sie heute überhaupt noch kommt sind wir wieder gegangen. Hat sich voll gelohnt, dass wir aufgestanden sind. Den Rest des Tages haben wir gemacht, was man so macht wenn man 10 Fußminuten vom Strand entfernt wohnt. Also zumindest ich, Vera hat im Internet Schuhe geshoppt. Zum krönenden Abschluss gab es im Schildkrötenhaus noch ein Batida mit Banane, Milch und Rum. Da das nicht erlaubt ist hat sich Eric mit seinem in einer Wasserflasche abgefüllten Schnaps aufgeführt wie wenn er James Bond wär! Zum Schreien komisch!

Samstag 05.11.2011:
Wir haben mal wieder einen chilligen Tag am Strand verbracht. Nach dem Abendessen haben wir uns nochmal was weggehtaugliches angezogen weil wir eigentlich in der Bar/Restaurant bei uns an der Ecke was trinken gehen wollten. Natürlich war ausgerechnet an dem Tag nicht offen. Also hatten wir drei Möglichkeiten: 1. Wir gehen wieder nach Hause. Kam natürlich überhaupt nicht in Frage. 2.: Wir laufen alleine nach vorn zum Strand und zu der anderen Bar. Da war Vera dagegen weil sie sich strikt geweigert hat nach dem Vorfall von neulich nochmal allein irgendwohin  zu laufen. 3. Wir bitten unsere neuen Freunde die örtlichen Polizisten um Geleitschutz. Und nach einigem Protest von Veras Seite haben wir uns für diese Variante entschieden. Eigentlich hatten sie grad was anderes vor aber als wir ihnen einen Abend mit uns in Aussicht gestellt haben, haben sie sich gleich in ihre Weggehoutfits geschmissen. Es war echt lustig. Vor allem die Annäherungsversuche die Michael immer wieder bei Vera gestartet hat waren zum schreien komisch!! Und so sind wir doch noch zu unserem Cocktail gekommen.

Sonntag 06.11.2011:
Wir haben, große Überraschung, mal wieder den Tag am Strand verbracht. Auf dem Heimweg haben wir Lyle getroffen, den Typ bei dem wir das Zimmer für meine Mama und Tante gebucht hatten. Er hat uns gesagt, dass daraus leider nichts wird, weil er heute selbst gefeuert wurde und die neuen Leute und sicherlich nicht den selben Preis geben werden wie er. Wir sind hin und haben mit ihnen geredet aber es war offensichtlich, dass sie kein Interesse daran hatten, für sein Zugeständnis grade zu stehen. Also hat er mit uns zusammen überlegt wo wir meinen Besuch stattdessen unterbringen könnten. Schlussendlich sind wir zu Holger gegangen. Einem typischen deutschen Auswanderer der seit 7 Jahren in Costa Rica wohnt und für jemand anderes diese Cabinas vermietet. Er hat sie uns gezeigt und weil sie uns auf Anhieb gefallen haben, haben wir gleich zugesagt. Ich war wirklich erleichtert, dass wir das klären konnten. Jemand anderem außer uns würde ich es nämlich nicht zumuten wollen in so was wie unserem Kabuff zu wohnen. Und schon gar nicht im Urlaub.

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  1. Hi! Gibt es eigentlich auch ein Foto von eurem „Kabuff“? Wünsche euch weiterhin viel Spaß, tolle Eindrücke, gutes Essen, schönes Wetter und vorallem keine weiteren „auf-den-Rücken-Springer“. Was für ein komischer Vorfall! Gott sein Dank ist nichts passiert. Bei uns im Odenwald liegt ein wenig Schnee und es ist verdammt kalt. Viele Grüße, Kerstin

  2. Hallöchen, ich habe Euren Beitrag per Internet endeckt und habe ein bisschen darin gelesen. Ich heisse Aline und komme aus der Schweiz. Wie ich auf Euren Beitrag komme? Naja ich möchte eine Reise nach Costa Rica machen, mit Sprachschule und Freiwilligenprojekt in einem Schildkrötencamp. Habe einfach mal Schildkrötenprojekt Matapalo gegoogelt, und voilà!😉
    Ich wollte Euch fragen ob Ihr mir verraten könnt wo Ihr gewesen seid? Wie diese Institution heisst, oder wie Ihr dazu gekommen seid? Und eventuell könnt Ihr mir sagen wie es allgemein so war dort? Damit ich in etwa weiss auf was ich mich da einlasse🙂
    Es wäre supernett wenn Ihr mir antworten würdet.
    Meine E-Mail ist: torrid_sunshine@bluemail.ch

    Mit freundlichen Grüssen Aline Holtkotten

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